Geschichte

50 JAHRE FRAUENTURNVEREIN SUMISWALD

 

Turnerinnen, frisch und frei

fromm und froh die Losung sei!

Frisch und frei, fromm und froh

die Losung sei!

 

Wer kennt den Turnerinnen-Wahlspruch noch? - Bis 1993 zu Beginn der HV gesungen!

Anlässlich der Ehrungen in Sport und Kultur 2010 im Forum Sumiswald erhielt der FTV Sumiswald Dank und Anerkennung für sein 50-jähriges Bestehen und das sportliche Engagement für Frauen. Zu diesem Anlass sind wir ins Archiv gestiegen, haben in handgeschriebenen Protokollen und Schnapsmatrizen gestöbert und uns in die "damalige" Zeit zurückversetzt.

Bereits 1929 wurden erste Schritte zur Gründung einer Frauenriege - d.h. Trennung von der Damenriege - unternommen, allerdings ohne Erfolg. Noch viele Jahre blieben die Frauen, zumindest administrativ, Teil der Damenriege. Eine Änderung begann sich erst abzuzeichnen, als Hannelore Hirsbrunner (Ehefrau von Peter Hirsbrunner) von Basel nach Sumiswald zog. Sie war eine turnerisch sehr gut ausgebildete junge Frau mit Pioniergeist und Flair für Bewegung und Sport der Frauen. 1958 bot sie auf privater Basis Turnstunden an und begann Mitglieder für einen Frauenturnverein zu werben. 1959 erfolgte die Gründung des FTV mit Eintritt in den Frauenturnverband Oberaargau-Emmental und Versicherung der Turnerinnen bei der Turnerhilfskasse. Gestartet wurde mit 25 aktiven Turnerinnen, die einen Eintrittsbeitrag von je Fr. 10.-- bezahlten für Verbandsbeitrag und Geräteanschaffung.

Rosmarie Lüthy, wohnhaft in Wasen, war bei der Gründung dabei und hat die Vereinsstatuten als Sekretärin mit unterzeichnet. Sie ist dem FTV bis heute treu geblieben und wohl die einzige Turnerin, die noch aus den Anfangszeiten berichten kann. In Sumiswald stand damals noch keine Turnhalle. Die Frauen turnten in der "Suppenküche" des heutigen Oberstufenschulhauses. Dies war ein nicht sehr grosser Raum im Untergeschoss des Schulhauses, der im Winter auch zur Verköstigung der auswärtigen Schüler diente. Natürlich gab es da kaum Turngeräte, die Bewegungsfreiheit war eingeschränkt und ein Ballspiel nicht möglich. Zum Glück war da noch die Gymnastik! Hannelore verstand es, diese Bewegungsform zu lehren und die Frauen dafür zu begeistern. Die Begleitung der Übungen am Klavier war für Hannelore mühelos und selbstverstäündlich!

Am 26. Januar 1967 war es endlich soweit: Erstmals fand der Turnabend in der neuen Turnhalle statt. Grosse Räume, neue Geräte, Matten etc., alles war vorhanden und gab dem Turnbetrieb neuen Schwung. Frau Hirsbrunner konnte die Turnerinnen auch für Aktivitäten ausserhalb des wöchentlichen Turnabends motivieren; ihr Engagement im Frauenturnverband Oberaargau-Emmental hatte positive Auswirkungen auf unseren Verein. Im Juni 1967 turnten 14 Frauen an den Eidg. Frauenturntagen in Bern und in den folgenden Jahren wurde an vielen Sportanlässen mitgemacht (eidg., kantonale und regionale Turnfeste, Gymnaestrada, Emmentaler Stafette, Volleyball-Turniere etc.). Man nutzte das vielfältige Kursangebot (sogar am Sonntagmorgen) z.B. Volleyball, Schwimmen, Schlittschuhlaufen, Langlauf, Orientierungslauf. Viele Turnerinnen schätzten damals die sportlichen Aktivitäten ausserhalb der Familie als Gemeinschaftserlebnis und als Abwechslung zum Alltag. Das hat sich in der neueren Zeit natürlich geändert. Heute sind auch Frauen vielseitig engagiert und haben einen vollen Terminkalender. Es ist zunehmend schwieriger geworden, Turnerinnen für die Teilnahme an Turnfesten etc. zu begeistern.

"Hochblüte" erlebte der FTV Ende der Siebzigerjahre; 1977 zählte der Verein 66 Aktive. In diese Zeit fällt aber auch die traurige Tatsache, dass Hannelore Hirsbrunner schwer erkrankte, im Januar 1979 die letzte Hauptversammlung miterlebte und am 15. November 1979 viel zu früh verstarb. Sie hat nicht nur den FTV gegründet und während 20 Jahren nachhaltig geprägt, sondern auch den Seniorensport (Altersturnen), das MUKI-Turnen und das KITU (Kinderturnen) eingeführt.

Zum Glück ist aber die Entwicklung des Frauenturnvereins nicht stehen geblieben. Immer wieder konnten initiative, gut ausgebildete Leiterinnen gefunden werden:

1979 - 1997          Annemarie Schöni

1997 - 2008          Dori Müller

Vertreterinnen       Liliane Senn und Kathrin Graf

ab August 2000     Madeleine Reinhard

ab April 2009         Renate Riesen

Gegenwärtig profitieren die Turnerinnen von der Co-Leitung Madeleine Reinhard / Renate Riesen - immer am Mittwochabend von 20.15 - 21.45 Uhr stehen Ausdauertraining, Kräftigungsübungen, Stretching, Entspannungsübungen sowie Spiel und Spass auf dem Programm!

Turnen ist Vergnügen! Bewegung macht Spass! Dies soll auch weiterhin das Motto unseres Vereins sein. (31.03.2010)